
Goldpreis August 2026: Warum gerade jetzt so viele ihr Altgold verkaufen
Der Goldpreis liegt Mitte August 2026 nahe seinem Rekordniveau in Euro. Ein Gramm Feingold ist derzeit rund 123 Euro wert, bei 585er Goldschmuck sind es etwa 72 Euro pro Gramm, bei 750er rund 93 Euro. Eine durchschnittliche Goldkette mit 15 Gramm aus 585er Gold hat damit einen Materialwert von etwa 1.080 Euro.
Diese Zahlen sind der Grund, warum bei uns und bei anderen Ankaufstellen in Österreich derzeit deutlich mehr los ist als sonst. Menschen holen Schmuck aus der Lade, den sie seit Jahren nicht angesehen haben. Wir erklären hier, was gerade am Markt passiert, was das konkret für Ihren Schmuck bedeutet und worauf Sie achten sollten, wenn Sie verkaufen möchten.
Alle Zahlen in diesem Artikel sind vom 12. August 2026. Der Goldkurs ändert sich täglich, oft sogar stündlich. Den aktuellen Stand sehen Sie jederzeit live auf unserer Seite Goldpreis.
Was gerade passiert ist
Am 12. August 2026 wurden in den USA die Inflationszahlen für Juli veröffentlicht. Die Kerninflation lag bei 2,5 Prozent im Jahresvergleich und damit im Rahmen der Erwartungen. Der Goldpreis sprang daraufhin auf 4.438 US-Dollar pro Feinunze, das höchste Niveau seit rund zwei Monaten.
Für Sie als Verkäufer in Österreich ist aber nicht der Dollarpreis entscheidend, sondern der Euro-Preis. Und der hängt zusätzlich vom Wechselkurs ab. Umgerechnet ergeben sich aktuell rund 3.844 Euro pro Feinunze, also etwa 123 Euro pro Gramm reines Gold.
Zum Vergleich: Ende Juli lag der Preis noch bei rund 115 Euro pro Gramm. In gut zwei Wochen ist der Wert Ihres Goldes also um etwa sieben Prozent gestiegen.
Warum der Preis so hoch ist
Dahinter stehen mehrere Entwicklungen, die alle in dieselbe Richtung wirken.
Die US-Notenbank. Die Erwartung, dass die Zinsen bald steigen könnten, hat sich abgeschwächt. Niedrigere Zinsen machen Gold für Anleger attraktiver, weil Sparanlagen weniger abwerfen.
Zentralbanken kaufen massiv. Die chinesische Zentralbank hat im Juli 2026 rund 20 Tonnen Gold gekauft, den größten Monatskauf seit Oktober 2023, und das im 21. Monat in Folge. Auch andere Staaten stocken ihre Goldreserven seit Jahren auf. Das entzieht dem Markt große Mengen.
Der schwächere Dollar und die allgemeine geopolitische Unsicherheit tun ihr Übriges.
Ein Muster, das Sie kennen sollten
Interessant ist eine Zahl aus China, weil sie genau das beschreibt, was auch bei uns passiert. Im ersten Halbjahr 2026 brach dort der Verkauf von Goldschmuck um fast 34 Prozent ein, während die Nachfrage nach Barren und Münzen um über 28 Prozent stieg.
Übersetzt heißt das: Bei hohen Preisen kauft kaum jemand neuen Goldschmuck, weil er teuer geworden ist. Gleichzeitig trennen sich viele von altem Schmuck, weil er plötzlich viel wert ist. Genau dieses Verhalten sehen wir derzeit auch in Baden, St. Pölten und Eisenstadt.
Was Ihr Schmuck jetzt wert ist
Sie können den Materialwert selbst überschlagen. Sie brauchen nur zwei Dinge: den Feingehalt und das Gewicht.
Den Feingehalt finden Sie als kleine Zahl eingestempelt, meist an der Innenseite eines Rings oder am Verschluss einer Kette. 585 bedeutet 14 Karat, also 58,5 Prozent reines Gold. 750 bedeutet 18 Karat, also 75 Prozent. 333 sind 8 Karat, also 33,3 Prozent.
Das Gewicht ermitteln Sie mit einer Küchenwaage grob, für eine erste Einschätzung reicht das.
Zum Stand vom 12. August 2026 ergeben sich diese ungefähren Werte pro Gramm:
- 333er Gold: rund 41 Euro
- 585er Gold: rund 72 Euro
- 750er Gold: rund 93 Euro
- 999er Feingold: rund 123 Euro
Wichtig zur Einordnung: Das sind die reinen Materialwerte zum Börsenkurs. Was ein Ankäufer tatsächlich auszahlt, liegt etwas darunter, weil der Schmuck eingeschmolzen und aufbereitet werden muss. Dieser Abstand ist normal und bei jedem seriösen Anbieter vorhanden. Die tagesaktuellen Ankaufspreise finden Sie unter Ankaufspreise.
Sollten Sie jetzt verkaufen?
Hier sind wir ehrlich mit Ihnen: Wir sind Goldankäufer. Wenn wir Ihnen sagen, jetzt sei ein guter Zeitpunkt, haben wir ein Eigeninteresse daran. Deshalb hier die nüchterne Einordnung.
Der Preis ist tatsächlich historisch hoch. Wer ohnehin überlegt hat, alten Schmuck loszuwerden, bekommt derzeit deutlich mehr als noch vor einem Jahr.
Ob der Preis weiter steigt, weiß aber niemand sicher. Manche Analysten sind zuversichtlich. David Miller von Catalyst Funds hält 5.000 Dollar pro Unze in zwei Jahren für möglich. Andere sind vorsichtiger. Colin Cieszynski von SIA Wealth Management rechnet damit, dass Gold auch drei bis sechs Monate seitwärts laufen könnte.
Beides sind Prognosen, keine Fakten. Der Preis kann in beide Richtungen laufen. Wenn Sie Gold als langfristige Anlage halten, ist der Verkauf eine Anlageentscheidung, bei der Sie sich nicht drängen lassen sollten. Wenn es um alten Schmuck geht, den Sie ohnehin nie wieder tragen, ist die Frage einfacher: Dann zählt vor allem, dass Sie einen fairen Preis bekommen.
Worauf Sie beim Verkauf achten sollten
Die Arbeiterkammer hat im Februar 2026 vor unseriösen Goldankäufern gewarnt und rät ausdrücklich, mehrere Angebote einzuholen und sich nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen. Ein Test der AK Vorarlberg mit 16 Ankäufern ergab Preisunterschiede von bis zu 37 Prozent für dasselbe Gold.
Das ist ein Rat, den wir voll unterstützen, auch wenn er bedeutet, dass Sie zuerst woanders hingehen. Wer fair arbeitet, hat kein Problem damit, verglichen zu werden.
Konkret:
Holen Sie mehrere Angebote ein. Bei einem durchschnittlichen Bestand können 37 Prozent Unterschied schnell mehrere hundert Euro ausmachen.
Kennen Sie den Tageskurs, bevor Sie hingehen. Dann merken Sie sofort, ob ein Angebot in einem realistischen Bereich liegt.
Bestehen Sie auf freier Sicht auf die Waage. Sie müssen mitlesen können, was Ihr Gold wiegt.
Fragen Sie nach, ob noch etwas abgezogen wird. Manche Anbieter nennen einen guten Preis pro Gramm und ziehen am Ende Bearbeitungskosten ab.
Lassen Sie Edelsteine vorher separat schätzen. Die meisten Ankäufer zahlen nur den Metallwert, Diamanten oder Saphire bleiben dabei unberücksichtigt.
Ausführlicher haben wir das in unserem Ratgeber zum seriösen Goldankauf beschrieben.
Was mit der Steuer ist
In Österreich ist der Gewinn aus dem Verkauf von physischem Gold für Privatpersonen steuerfrei, wenn Sie es länger als ein Jahr besessen haben. Bei kürzerer Haltedauer wäre der Gewinn steuerpflichtig, es gibt aber eine Freigrenze von 440 Euro pro Jahr.
Bei geerbtem Gold übernehmen Sie die Haltedauer des Verstorbenen. Da geerbter Schmuck fast immer schon jahrzehntelang im Besitz war, ist der Verkauf in der Regel sofort steuerfrei.
Wir sind keine Steuerberater. Bei größeren Summen oder unklaren Fällen lassen Sie das bitte fachlich prüfen.
Kommen Sie vorbei und lassen Sie schätzen
Sie finden uns in Baden am Erzherzog Rainer Ring 22, in St. Pölten in der Domgasse 4 und in Eisenstadt in der Hauptstraße 3.
Bringen Sie einfach mit, was Sie haben. Wir prüfen den Feingehalt vor Ihren Augen, wiegen auf einer geeichten Waage, die Sie mitlesen können, und rechnen Ihnen den Preis offen vor. Was wir nennen, bekommen Sie auch, ohne Abzüge und ohne versteckte Kosten. Die Auszahlung erfolgt sofort in bar oder per Echtzeitüberweisung.
Und Sie müssen nichts entscheiden. Die Schätzung ist kostenlos und unverbindlich. Sie dürfen sich die Zahl anhören und in Ruhe darüber nachdenken.
